Japanischer Staudenknöterich

(auf diesem Hintergrundbild)

 

Der japanische Staudenknöterich stammt aus Ostasien und wurde im Jahre 1823 oder 1825 (je nach Quelle) als Zierpflanze nach Europa eingeführt. Er ist heute auch in 42 US-Bundesstaaten und sechs kanadischen Provinzen sowie vielen europäischen Ländern verbreitet und kann dort in starkem Maße andere Arten verdrängen und so die Biodiversität gefährden. Auch in Australien und Neuseeland wird diese Art als Ärgernis eingestuft.

 

In den 50er Jahren breitete er sich dann rasant an hiesigen Bach- und Flussläufen aus. Aber er bevorzugt auch Wegränder, Bahnböschungen und Straßenränder. Mittlerweile findet man ihn an den unterschiedlichsten Stellen, auch in Kleingärten.

 

Zwei Drittel der Biomasse der Pflanze befindet sich in den unterirdisch wachsenden Rhizomen, die bis zu 10 cm Durchmesser erreichen können. Über die meist horizontal wachsenden Rhizome, die bis zu 2 m, manchmal auch 3 m  tief liegen können, erweitern sich die Bestände bis zu 1 m pro Jahr, in Einzelfällen auch bis zu 2 m. Die Pflanze verfügt damit über eine enorme Wachstums- und Regenerationskraft. Sie breitet sich enorm schnell zur Seite, aber auch nach oben aus. Das Höhenwachstum wird in einigen Artikeln als bis zu 30 cm pro Tag beschrieben mit einer Gesamthöhe bis zu 3 m. Rhizome der Knöterich-Sippen können in kleine Ritzen von Mauerwerk, Asphalt, etc. eindringen und diese durch ihr Dickenwachstum sprengen. Dabei reicht ein ca. 1 cm langes Teilstück auf dem Rasen, um eine neue Kolonie zu gründen. Auch ein 1 cm großes Wurzelstück ist ausreichend, um neues Wachstum zu ermöglichen. Insofern sollte man dem Knöterich nicht mit dem Rasenmäher zu Leibe rücken, dieser würde ihn verteilen. Besser erscheint die Sense. Abgeschnittene Stücke gehören in die Mülltonne oder die städtische Kompostierung, auf keinen Fall jedoch in den eigenen Kompost.

 

Seine Vermehrung erfolgt durch unterirdisches Rizomwachstum oder durch die Blüte von Juni bis Oktober.

 

Seine Gefährlichkeit liegt in verschiedenen Gründen:

 

-       Neben dem raschen Wachstum bildet der Staudenknöterich ein dichtes Blätterdach, was andere Pflanzen verdrängt. Keine andere Pflanze hat eine Überlebensmöglichkeit.

 

-       Der Boden wird erosiv und kann schnell abgetragen werden. Insbesondere an Bach- und Flußläufen führt dies zu wasserbaulichen Problemen.

 

-       Im Herbst bis zu ersten Frost stirbt der oberirdische Teil ab und verrottet, bietet seinerseits die Möglichkeit, im nächsten Jahr bei unzureichendem Frost neu auszutreiben, darüberhinaus hat die Pflanze Energie- und Wachstumsdepots im Boden eingelagert und kann bis zu 5 Jahren auch unter einer dunklen Plane überleben. Selbst kleine Teile der Wurzeln oder der Stängel reichen für eine Neuansiedelung und gehören keinesfalls in den Kompost.

 

Maßnahmen und Bekämpfung

 

Die enorme Wuchskraft und starke Erholungsfähigkeit macht es so schwierig, den Staudenknöterich zu bekämpfen. Es bleibt oft nur neu entstehende Bestände und eine weitere Verbreitung zu vermeiden.

 

Methoden:                 

 

-       Ausreißen: stetiges Ausreißen junger Triebe mit Wurzeln. Dies ist nicht möglich bei älteren Pflanzen, insgesamt wenig nachhaltig / langwierig und nur auf kleinen Flächen unter 2qm geeignet.

 

-       Ausgraben / Umgraben: die Pflanzen müssen mitsamt Wurzeln vollständig ausgegraben werden. Das vollständige Entfernen von wenigen, jungen Pflanzen muss mehrmals wiederholt werden. Verbleibende Wurzelreste treiben immer wieder aus. Geeignet erscheint diese Methode bis max. 4 qm, da bei größeren Flächen sich die Pflanze bereits in die Tiefe weiterentwickelt hat.

 

-       Mähen: junge Triebe alle zwei Wochen mit dem Rasenmäher abmähen hat  die starke Eindämmung des Wachstums, aber keine vollständige Beseitigung zur Folge. Die Wurzelreste verbleiben am Rasenmäher.

 

-       Beweidung bewachsener Flächen ganzjährig durch Schafe und Ziegen hat die starke Eindämmung des Wachstums, aber ebenfalls keine vollständige Beseitigung zur Folge, dafür entfällt die schwierige Entsorgung. Allerdings müssen die Tiere erst gewöhnt werden, abgesehen davon verträgt sich die Tierhaltung von Schafen und Ziegen nicht mit unserer Kleingartenordnung.

 

-       Abdecken der Pflanze mit dicker, schwarzer Folie hat zur Folge, daß die Pflanze abstirbt. Dies ist sehr langwierig, erstreckt sich über mehrere Jahre. Die Pflanze muss trotzdem ausgegraben werden.

 

-       Herbizideinsatz: Glyphosat ist in der Lage, die Pflanze auch unterirdisch zu schädigen. Dazu werden die angeschnittenen und im Boden verbliebenen Stängel mit dem Herbizid z.B. durch eine Spritze behandelt. Vor dem Hintergrund der aktuellen Gesetzeslage und der aufgeladenen Diskussion ist ein solches Vorgehen insbesondere wegen der Giftigkeit für andere Pflanzen und Bodenorganismen und der Haltbarkeit von Glyphosat gründlich zu prüfen.

 

·         Zielführend erscheint die Kombination verschiedener Vorgehensweisen. Vergleiche hierzu auch die verschiedenen Projekte des NABU.

 

Der Staudenknöterich wird gelegentlich kontrovers diskutiert. Imker schätzen die Pflanze als Blütenlieferant für Bienen. Hobbyköche  beschreiben die Zubereitung als der von Rhabarber oder Spargel ähnlich, jedoch sollten nur junge Pflanzenteile zubereitet werden, da die Oxalsäure mit steigendem Alter der Pflanze mehr werdend Nierenschäden verursachen kann. Die Blätter können wie Spinat zubereitet werden. Oft liegt diesem Denken die Haltung zugrunde, dass man sich mit der Ausbreitung arrangieren könne. Denkt man ein paar Jahrzehnte voraus, zeigt sich diese Haltung als nicht zu Ende gedacht. Unverantwortlich erscheint ferner das Verkaufsangebot im Netz zu findender Gärtnereien, die den Staudenknöterich als Zierpflanze vertreiben.

 

Unten angehängt findet Ihr weitere Bilder zum Staudenknöterich.

 

Solltet Ihr Fragen zum japanischen Staudenknöterich haben, wendet Euch bitte an den Vorstand.

 

Quellen:

http://www.alt.nabu-sachsen.de/lv/jupgrade/index.php?option=com_content&view=article&id=1186&Itemid=961

 

https://www.gartenjournal.net/japanischer-knoeterich-bekaempfung

 

https://hamburg.nabu.de/wir-ueber-uns/stadtteilgruppen/duepenautal-osdorfer-feldmark/gebiet/19129.html

 

http://www.egarden.de/gartengestaltung/rasen/tipps/japanischenknoeterich-entfernen-256855.html

 

http://www.liebedeinengarten.de/garten/insekten-stoerenfriede/japanischer-staudenknoeterich

 

http://www.bio-gaertner.de/pflanzen/Japanischer-Staudenknoeterich/Sorten

 

https://www.nabu-hermannsburg-fassberg.de/landschaftsschutz-projekte/staudenkn%C3%B6terich

 

https://www.bund-leipzig.de/themen-und-projekte/natur-und-artenschutz/neophyten-plattform/invasive-neophyten-in-leipzig/fallopia-japonica/

 

https://www.bund-leipzig.de/fileadmin/leipzig/PDF/Steckbrief/Fallopia_japonica_03.pdf

 

https://www.pflanzen-deutschland.de/Fallopia_japonica.html

 

M.Fink, 19.06.18

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